Nachsorge und Pflege von Implantaten

Damit Ihr Implantat lange gesund bleibt

Die Haltbarkeit eines Implantats hängt stark von der Pflege ab – genau wie bei einem eigenen Zahn. Bei regelmäßiger Prophylaxe und regelmäßigen Kontrollterminen lassen sich Komplikationen wie eine Periimplantitis in aller Regel verhindern.

Hier finden Sie, worauf Sie direkt nach der Implantation achten sollten und wie Sie Ihr Implantat langfristig schützen.

Verhalten nach der Implantation

Die folgenden Hinweise dienen als allgemeine Orientierung. Vorrang haben immer die persönlichen Anweisungen, die Sie nach Ihrem Eingriff von uns erhalten.

Essen Sie erst, wenn die Betäubung vollständig abgeklungen ist – so vermeiden Sie, sich versehentlich auf Lippe, Wange oder Zunge zu beißen. Verzichten Sie zunächst auf heiße Getränke.

Kühlen Sie die Wange in den ersten 24 bis 48 Stunden von außen in Intervallen, zum Beispiel 10 Minuten kühlen und 10 Minuten Pause. Legen Sie das Kühlpad nicht direkt auf die Haut, sondern wickeln Sie es in ein feuchtes Tuch.

Bevorzugen Sie in den ersten Tagen weiche, lauwarme Kost wie Suppen, Brei oder weiche Nudeln und kauen Sie möglichst auf der nicht operierten Seite. Meiden Sie heiße, scharfe, harte oder scharfkantige Speisen im Wundbereich.

Verzichten Sie unmittelbar nach dem Eingriff auf Alkohol, Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke. Vermeiden Sie außerdem starkes Saugen, zum Beispiel an einem Strohhalm.

Putzen Sie die übrigen Zähne wie gewohnt sorgfältig. Den Operationsbereich sparen Sie in den ersten Tagen aus beziehungsweise behandeln ihn nur so, wie wir es Ihnen gezeigt haben.

Spülen Sie anfangs nicht kräftig und verwenden Sie keine Munddusche an der Wunde. Eine desinfizierende Mundspüllösung, zum Beispiel mit Chlorhexidin, nutzen Sie nur, wenn wir sie empfohlen haben – anfangs nur drucklos umspülen und nicht kräftig ausspucken.

Verzichten Sie in den ersten Tagen auf Sport, schwere körperliche Belastung, Bücken und Saunabesuche. Wie lange die Pause dauern sollte, richtet sich nach dem Umfang des Eingriffs und Ihrem Heilungsverlauf – wir besprechen mit Ihnen, wann Sie Ihre Aktivitäten wieder aufnehmen können.

Rauchen verschlechtert die Durchblutung, beeinträchtigt die Wundheilung und die knöcherne Einheilung und erhöht das Risiko für Komplikationen an Implantaten. Verzichten Sie deshalb möglichst vollständig darauf, insbesondere während der Einheilphase.

Eine mäßige Schwellung, leichte Wundschmerzen, ein Bluterguss und etwas blutig gefärbter Speichel sind normale Begleiterscheinungen. Die Schwellung erreicht häufig am zweiten bis dritten Tag ihren Höhepunkt und geht danach zurück.

Nehmen Sie Schmerzmittel wie mit uns besprochen. Verwenden Sie Aspirin beziehungsweise Acetylsalicylsäure (ASS) nicht eigenständig als zusätzliches Schmerzmittel. Wichtig: Ärztlich verordnete ASS oder andere Blutverdünner dürfen Sie nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen.

Melden Sie sich bitte umgehend bei uns, wenn nach dem dritten Tag zunehmende Schmerzen auftreten, eine Blutung nicht zum Stillstand kommt, die Schwellung deutlich zunimmt oder Fieber, Eiter oder ein eitriger Geschmack auftreten. Kontaktieren Sie uns auch, wenn sich ein Bauteil am Implantat lockert – versuchen Sie nicht, es selbst festzudrehen.

Bei Atemnot, Schluckbeschwerden oder einer rasch zunehmenden Schwellung im Hals- oder Mundbodenbereich benötigen Sie sofort medizinische Hilfe: Notruf 112.

Reinigen Sie Zähne und Implantatzahnersatz täglich sorgfältig und ergänzen Sie die Pflege um die individuell empfohlenen Hilfsmittel für die Zahnzwischenräume. Regelmäßige Kontrollen und professionelle Prophylaxe helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Ihre Kontrollintervalle und die passenden Pflegeprodukte besprechen wir persönlich mit Ihnen.

Wichtig nach einer Operation: Reinigen Sie die frische Wunde nicht eigenständig mit Interdentalbürsten, Zahnseide oder Mundduschen – in dieser Phase gelten unsere individuellen Nachsorgeanweisungen.

Schutz vor Periimplantitis

Ein Implantat kann zwar keine Karies bekommen – durch Entzündungen kann es aber genauso verloren gehen wie ein natürlicher Zahn. Die größte Gefahr ist die Periimplantitis: eine bakterielle Entzündung des Gewebes rund um das Implantat, vergleichbar mit einer Parodontitis am eigenen Zahn. Unbehandelt kann sie zu Knochenabbau und im schlimmsten Fall zum Verlust des Implantats führen.

Die gute Nachricht: Mit regelmäßiger Prophylaxe und Kontrollterminen lassen sich solche Komplikationen in aller Regel verhindern.

So schützen Sie Ihr Implantat

  • Regelmäßige Kontrolltermine
  • Professionelle, implantatschonende Reinigung
  • Individuell angepasste Zahnzwischenraumbürsten
  • Sorgfältige tägliche Pflege zu Hause
  • Verzicht auf das Rauchen

Solo-Prophylaxe und Pflegeprodukte

In unserer Solo-Prophylaxe zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Implantate und Ihren Zahnersatz im Alltag richtig reinigen. Wir bestimmen die passenden Bürstengrößen für Ihre Zahnzwischenräume und legen Ihre Kontrollintervalle individuell fest.

In unserem Prophylaxeshop erhalten Sie die passenden Hilfsmittel – etwa Zahnzwischenraumbürsten in der für Sie richtigen Größe, weiche Zahnbürsten oder, je nach Versorgung, Spezialzahnseide. Pflegeprodukte ersetzen jedoch keine Kontrolltermine und keine professionelle Implantatnachsorge.

Diese Informationen ersetzen keine persönliche Untersuchung und Beratung. Behandlung und Nachsorge werden individuell festgelegt.

Ihre Implantatberatung in Lünen

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserer Praxis in Lünen-Horstmar. Gemeinsam besprechen wir Ihre Wünsche, die Behandlungsmöglichkeiten, den zeitlichen Ablauf und die voraussichtlichen Kosten.